Ettersburger Gespräch
Hindenburg und der Kyffhäuser. Oder: Wie entsorgt man deutsche Geschichte?
Matthias Steinbach im Gespräch mit Peter Krause
Am 26. April 1925 wurde Hindenburg im Alter von 77 Jahren als Nachfolger Friedrich Eberts zum Reichspräsidenten gewählt.
Wie Schneewittchen im Sarg liegt der steinerne Hindenburg in seiner Grube auf dem Kyffhäuser. Seit 1939 stand er neben Barbarossa und Wilhelm I. Die Geschichte des Denkmals erzählt vom nazistischen Hindenburg-Mythos und von Schwierigkeiten mit der Entsorgung deutscher Geschichte. 1947 auf Geheiß der Sowjetischen Militäradministration umgestürzt, wurde der Koloss 2004 wieder ausgegraben, jedoch nicht wieder aufgestellt.
Matthias Steinbachs Buch (Mitteldeutscher Verlag) über das Verschwinden und Wiederauftauchen unternimmt einen Gang durch Landschaft und Literatur entlang des Berges. Es geht um Verschüttungen, Verdrängungen, Erfindungen und Überschreibungen.
Prof. Dr. Matthias Steinbach, geb. 1966, Studium der Geschichte, Sportwissenschaften, Erziehungswissenschaften, Philosophie und Kunstgeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Seit 2007 Professor für Geschichte und Geschichtsdidaktik an der TU Braunschweig. Forschungsschwerpunkte: deutsche Geschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts, insbesondere Universitäts- und Bildungsgeschichte, Militärgeschichte, politische Ideengeschichte und Geschichtsvermittlung. Im Mitteldeutschen Verlag erschien 2020 „‚Also sprach Sarah Tustra‘. Nietzsches sozialistische Irrfahrten“.
Veranstaltungsort(e)
Am Schloß 1

