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Mazl, Glik un Khaloymes

Jiddische Theaterlieder des 20. Jahrhunderts

12.06.2021 ab 19:00 Uhr

In der Vergangenheit äußerte das Publikum immer wieder den Wunsch nach Liedern und Melodien aus der Welt des jiddischen Theaters und Films. Dieses Repertoire ist für die Besetzung aus zwei Sing-Stimmen und zwei Instrumenten wie geschaffen. Das Trio ROZHINKES Traditional kommt diesem Publikumswunsch nach und widmet dem Thema erstmals ein eigenständiges Konzert-Programm. In diesem Konzert wird die Hoffnung der osteuropäischen Auswanderer in der Neuen Welt besungen, in der ihre melancholischen Erinnerungen an die verlorene Alte Welt nachklingen. Wie könnte man anschaulicher die Zerrissenheit jüdischer Biografien und Lebenswelten im 19. und 20. Jahrhundert nachempfinden, als in den Liedern dieser Zeit? Die Spannung zwischen Aufbruch und Rückbesinnung war das verbindende Element einer Fülle von Bühnenstücken und Filmen in jiddischer Sprache, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den Theatern des europäischen Ostens und später insbesondere in
den USA die Menschen zu Tränen rührten. Dank der Genialität ihrer Komponisten und Textdichter verschmelzen in den Songs der unverwechselbare Klang von Klezmer und traditionellen jiddischen Liedern mit der modernen Klangsprache des Musicals und Cabarets.

Rozhinkes entstand im Juni 2011 aus einem Konzert-Projekt im Rahmen der „Jüdischen Woche” in Leipzig; seitdem entwickelt sich ein ganz eigener konzertanter Klezmer-Stil; musikalischer Fokus lag zunächst auf Instrumentalmusik; durch regelmäßige Zusammenarbeit mit Sängerinnen Bildung eines stetig wachsenden jiddischen Lied-Repertoires; lebhafte Tanzmelodien und melancholische Träumereien des osteuropäischen Klezmer vereinen sich mit dem jiddischen Lied, das in humorigen Geschichten, sehnsüchtigen Liebesliedern und traurigen Moritaten die jiddische Lebenswelt zu berührenden Bildern verdichtet; Verbindung aus höchster
musikalischer Qualität, leidenschaftlicher Performance sowie künstlerischer Authentizität; künstlerische Höhepunkte der Ensemble-Geschichte: Konzertreisen nach Polen (2014, 2015) und Israel (2016, 2018), eine Deutschland-Tourneen im Auftrag des Zentralrats der Juden (2016, 2018) sowie Auftritte bei verschie-
denen Festivals; gemeinsam mit künstlerischen Partnern wie dem Theater der Jungen Welt (2014, 2015), dem Leipziger Synagogalchor (2017), dem Gewandhaus-Kinderchor (2018) und dem MDR Kinderchor (2018) Entwicklung faszinierender Projekte; engagieren sich im Projekt „Klänge der Hoffnung“ der Leipziger Stiftung „Friedliche Revolution“, in dem Musiker mit und ohne Fluchterfahrungen Konzerte gestalten; seit 2016 erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Sängerinnen Karolina Trybala (Leipzig) und Luba Meyer (ehem. Claus) (Halle/Saale)

Die Kirche spätgotischer einschiffiger Putzbau mit eingezogenem, polygonal geschlossenem Chor und hohem nördlichen Chorflankenturm aus dem 15. Jh.; Fenster am Turm noch heute aus der Erbauerzeit; 1839 Turmhaube; dreiseitige - an den Langseiten zweigeschossige -Empore; Holztonne über dem Mittelraum; dreiachsiger Kanzelaltar; kelchförmiger Taufstein trägt als Inschrift 1593

Das Geläut 1. 1731, Bronzeglocke, Johann Christoph Rose (Apolda), Ø 920 mm, 450 kg, Nominal: g1; 2.  & 3.  1959, Eisenhartgussglocken, Schilling & Lattermann (Apolda und Morgenröthe), 2. Ø 1050 mm, 530 kg, Nominal: h1; 3. Ø 880 mm, 300 kg, Nominal: d2

Die Nutzung des Steinwayflügels wird von der Stiftung Mercator unterstützt.

Veranstaltungsort(e)
St. Johannis Kirche
99518 Bad Sulza OT Gebstedt
Veranstalter
99510 Apolda
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